Im Rahmen der Ausstellung eröffnet Julia Schulze Darup einen Raum, der einen inneren Balanceakt erfahrbar macht – zwischen fragmentierten Erinnerungen, erstarrten Gefühlen und dem Risiko, das mit ersehnter Berührung verbunden ist.
Fragile Glasobjekte werden von hauchdünner Seide in einer Art Schwebezustand gehalten. Die fürsorgliche Geste, mit der der Stoff die glatte, erstarrte Oberfläche umhüllt, steht zugleich für eine materielle wie emotionale Belastungsprobe: Welche Lasten werden getragen, welche Verbindungen gehalten? Die Folgen, die ein Loslassen hätte, bleiben offen und sind dennoch zu erahnen.
Ausgangspunkt der Rauminstallation ist die körpereigene Immunabwehr, die Brüche in der DNA erkennt und in der Regel unbemerkt behebt. Den Aufbau eines Proteins, das für diesen Reparaturprozess entscheidend ist, überträgt die Künstlerin in Glasobjekte und eröffnet so Fragen nach genetischer Vererbung und transgenerationalen Prozessen: das Abwägen zwischen Verschmelzung und Eigenständigkeit, zwischen Berührung und Verletzlichkeit.