Joëlle Mesén-Ramírez und keos nutzen ein DIY low-budget Forschungslabor als experimentellen Ausstellungsraum, in dem Geschichten aus dem Briefwechsel zwischen Blutparasiten und Menschen aufgezeichnet und interpretiert werden, um sich mit Parasitismus, queere Theorie und dekoloniale Kritik auseinanderzusetzen. Die gesammelten Briefe dokumentieren eine intime und wechselhafte Beziehung, bei der sich Menschen und Blutparasiten über Jahrhunderte hinweg gegenseitig beeinflusst haben. Dabei wird auch die Rolle kolonialer Prozesse bei der Verbreitung und den Auswirkungen von parasitären Krankheiten mittels der Verwendung von dekonstruierten performativen Vorlesungen thematisiert. Im Rahmen der Ausstellung übersetzt keos durch Proteinmusik parasitäre Moleküle in organischen und geheimnisvollen Sounds während Mesén-Ramírezs wissenschaftliche Illustrationen parasitäre Biologie neu darstellen und Queerness mit parasitären Lebenszyklen verbinden. Beide künstlerische Ansätze verweisen auf die Parallelen zwischen den Überlebensstrategien von Parasiten und denen von marginalisierten Gruppen, um ein exkludierendes Wirtssystem zu unterwandern und dem Widerstand zu leisten.
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